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Besuch von Ina de Cruppe

Foto Artikel Warum ich MenschenOb sie schon einmal einen toten Menschen erlebt hätten, war die Frage, die zu Beginn des Unterrichtsvorhabens im Raume stand. Keiner der Schülerinnen und Schüler des 9er-Relikurses konnte eine solche Erfahrung aufweisen. Damit stehen sie symptomatisch für viele, denn Sterben und Tod sind Erlebnisse, die in unserem Alltag wenig präsent sind, obwohl sie doch immer wieder vor Augen geführt werden. Schließlich stehen Tote in Krimibüchern und Filmen hoch im Kurs. Aber in der Realität?

Um so offener war der Umgang mit der Thematik, als sich die Schülerinnen und Schüler über Grabinschriften, Texte über die Stufen des Sterbeprozesses, Lieder über das Leben oder Vorstellungen vom Jenseits an den nichtalltäglichen Bereich annäherten. Spannend wurde es, als Ina de Cruppe vom ambulanten Hospizdienst des Gelsenkirchener Hospiz-Vereins zu Besuch war. Als hauptamtliche Koordinatorin berichtete sie der Gruppe von ihren Aufgaben: Der ambulante Hospizdienst verfolgt die gleiche Arbeit, die die Hospizhäuser tun, im häuslichen Umfeld. Wenn also eine Person zu Hause im Sterben liegt, kommt eine der haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen regelmäßig zu Besuch, um den Sterbeprozess zu begleiten und die Angehörigen in ihren Sorgen zu unterstützen.

Die Schülerinnen und Schüler hatten viele Fragen, sie waren neugierig und wollten Hintergründe und Alltagssituationen näher beleuchtet haben. Dabei konnte Frau de Cruppe viel aus ihrer Erfahrung schöpfen, so dass die Gruppe ein anschauliches Bild bekam, wie es ist, wenn Menschen Menschen im Sterben begleiten. Die Fragen machten deutlich, dass es den Heranwachsenden nicht nur um die Sterbenden ging, sondern auch die Arbeit und den Umgang der Beraterin mit diesen für sie ja alltäglichen Grenzsituationen hinterfragten.

Frau de Cruppe war am Ende sehr positiv angetan von der Lerngruppe, die sich mit Neugierde und Empathie auf das Gespräch eingelassen hatte. Zum Schluss ließ sie eine aufgeschriebene Geschichte eines Mann da, die in der Folgestunde umgesetzt wurde: Der Mann hatte eine Krankheitsdiagnose bekommen, die nicht heilbar war. Eine Gestaltpädagogin annimierte ihn, seine Gedanken und Gefühle in Bilder zu übertragen. So entstand ein Bilderzyklus, über dessen Betrachtung und Auswertung das Sterben und der Tod des den Schülerinnen und Schülern unbekannten Mannes ein ganzes Stück näher kam.

Abgeschlossen wurde das Unterrichtsvorhaben mit dem Besuch des Friedhofs an der Kirchstraße. Auch hier galt, dass dieser Ort nicht zum Alltagsleben der Schülerinnen und Schüler gehört. Sicher, man sieht ihn und fährt an ihm vorbei. Doch einen Friedhof besuchen, wenn man nicht gerade einen Angehörigen dort begraben hat? So erkundete man die Gräber, betrachtete die Art und Weise, wie Menschen ihrer Lieben gedenken, und würdigte die Gestaltung der Gesamtanlage. Besonderheiten wurden letztlich allen vorgeführt.

Die Lehrkräfte Weber und Wichmann erhofften sich am Ende, dass der Unterricht ein Stück dazu beitragen konnte, die Sprachlosigkeit und Handlungsohnmacht der jungen Menschen gegenüber dem Tod ein wenig zu öffnen. (WN)

 

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