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Schalom und Salam Aleikum

Die Religionskurse in der Jahrgangsstufe 6 besuchen im Herbst eine Moschee in Bismarck und anschließend die Gelsenkirchener Synagoge.

Wie beten Muslime? Woran glauben Juden? Seit Schuljahresbeginn beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der evangelischen und katholischen Religionskurse in der 6. Jahrgangsstufe mit diesen und anderen Fragen rund um die Religionen Judentum und Islam. Erstaunt stellten wir zunächst fest, dass die Religionen, die uns im Schulalltag einmal in der Woche in Kurse trennen, eigentlich sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Allen voran den Erzvater Abraham. Doch spannend sind auch die Unterschiede: Die Schriften, die Glaubenspraxis, die Gotteshäuser. Um die im Unterricht erworbenen Kenntnisse auch praktisch zu vertiefen, besuchten wir zuerst eine Moschee des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und einige Wochen später auch die Gelsenkirchener Synagoge.

Der Besuch der Moschee fand in zwei Gruppen an zwei unterschiedlichen Tagen statt: Am 06.10.2025 besuchte der evangelische Religionskurs die Moschee, am 10.11.2025 folgte der katholische Religionskurs.

Das äußere Erscheinungsbild der Moschee war zunächst eher unscheinbar, da sich die Moschee in einem Wohngebäude befindet. Umso größer war die Überraschung beim Betreten des Gebäudes: Im Inneren erwartete die Schülerinnen und Schüler ein prachtvoll gestalteter Gebetsraum mit kunstvollen Verzierungen und vielen spannenden Einrichtungsgegenständen, die es zu entdecken galt. Während eines Vortrags durch den Imam der Gemeinde erhielten die Schülerinnen und Schüler viele interessante Informationen über den Aufbau der Moschee, religiöse Rituale und den Alltag der muslimischen Gemeinde. Ein besonderes Highlight war das Erleben des Gebetsrufs sowie die Beantwortung der zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Zum Abschluss wurden die Gruppen sogar noch zum Tee eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler erlebten so die große Gastfreundschaft der Gemeinde.

Am 24. November 2025 besuchten wir dann die Synagoge in Gelsenkirchen.

Als wir dort ankamen, hat uns Herr Fehling, ein Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die Synagoge von außen gezeigt. Danach haben wir die Synagoge von innen besichtigt. Dort waren die Fenster der alten Synagoge von Gelsenkirchen ausgestellt, die im Krieg zerstört wurde. Auf den Fenstern waren die sieben Feiertage abgebildet: Pessach, Jom Kippur, Rosch ha-Schana, Schawuot, Sukkot, Chanukka. Uns wurde erklärt, was an diesen Feiertagen passiert und was sie bedeuten.

Nachdem wir erfahren hatten, wie die Feiertage ablaufen, hat uns Herr Fehling noch weitere Dinge gezeigt, zum Beispiel den neunarmigen Leuchter (Chanukkia). Außerdem haben wir auch eine Menge über Diskriminierung und Ausgrenzung gelernt und was dagegen getan werden kann.

Ein Highlight des Besuchs war die Besichtigung des Gebetsraumes. Besonders interessant war die Erklärung zu den wichtigsten Gegenständen in der Synagoge, wie zum Beispiel der Tora. Auch erfuhren wir, warum die Männer in der Synagoge eine Kippa oder eine Mütze tragen müssen und dass in der Zeit des Nationalsozialismus die alte Synagoge zerstört wurde. Dieser Ausflug war sehr besonders und es war spannend und sehr interessant, das Judentum näher kennenzulernen.

Das Gauß-Gymnasium bedankt sich herzlich bei der VIKZ-Moschee in Gelsenkirchen-Bismarck, der Synagoge sowie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Gelsenkirchen e.V. für die herzliche Aufnahme, die spannenden Einblicke und diesen wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog.

von Hannah Wilks (6a), Carla Dannert (6a), Rebecca Mercedes Fernandez (6c) und Frau Bannenberg

Bildquelle: iStock – zanska